Kein Gefühl ist falsch...
... das sollten wir niemals vergessen
Wir leben in einer Zeit, die uns ständig suggeriert, wir müssten immer strahlen, leistungsfähig und äußerlich perfekt optimiert sein.
Wenn wir traurig sind, wird schnell gesagt: „Kopf hoch, das wird schon!“
Wenn wir wütend sind, erscheinen wir vielen als schwierig.
Und wenn wir überfordert sind, sollen wir einfach tief durchatmen und ein paar Dankbarkeits Übungen machen.
Ganz ehrlich? Was für ein Quatsch.
Wut, Trauer, Zweifel, Scham oder diese lähmende Überforderung, bei der man am liebsten die Bettdecke über den Kopf ziehen möchte... All diese Gefühle haben ein verdammt gutes Recht, da zu sein. Sie sind kein Zeichen von Schwäche und erst recht kein Beweis dafür, dass wir emotional überfordert sind.
Sie sind kein Makel und kein Urteil über unsere Stärke. Sie sind vielmehr Beweise dafür, dass wir lebendig sind.
Dass uns etwas wichtig ist.
Dass unsere Grenzen verletzt wurden oder uns etwas fehlt.
Ich habe über die Jahre gelernt, auch unangenehme Empfindungen zuzulassen, statt sie zu unterdrücken. Ich habe geweint, wenn mir danach war und mir Pausen erlaubt, wenn ich erschöpft war. Ich dachte, ich hätte gelernt, wie Heilung funktioniert.
Und dann gibt es diese Tage, an denen dich die Vergangenheit von hinten anspringt und dir eiskalt den Boden unter den Füßen wegreißt.
Manchmal passieren uns Dinge im Leben, tiefe Wunden, Grenzen, die überschritten wurden, Erlebnisse, die Spuren hinterlassen , die man nicht einfach mit der Zeit „wegdenkt“. Erst heute wurde ich wieder schmerzhaft daran erinnert. Ich wollte Nähe zulassen und plötzlich ging nichts mehr. Ich war wie gelähmt. Wie eingefroren vor Angst.
Das ist ein verdammt schreckliches, hilfloses Gefühl. In solchen Momenten fühlt man sich meilenweit entfernt von Stärke oder Fortschritt.
Aber genau das gehört zur Wahrheit dazu: Heilung ist keine gerade Linie. Manchmal macht man drei Schritte nach vorne und wird von einem alten Schatten wieder ganz tief zurückgeworfen.
Gefühle, auch die Panik, das Erstarren und die Wut , wollen nicht wegerzogen oder weggelächelt werden. Sie wollen da sein dürfen.
Es ist okay, stinksauer auf das zu sein, was einem passiert ist.
Es ist okay, mitten in einer Lähmung zu stecken und nicht zu funktionieren.
Und es ist absolut erlaubt, sich einzugestehen, dass alte Wunden manchmal wieder aufreißen.
Und weißt du, was passiert, wenn du deine Gefühle anerkennst?
Sie verlieren ihre Schwere und öffnen Raum für Veränderung.
Gefühle wollen nicht weggelächelt, sondern gehört werden. Sie möchten erlebt werden, damit sie sich wandeln können.
Es ist mutig, wütend zu sein.
Es ist stark, stundenlang zu weinen, ohne alles erklären zu müssen.
Und es ist klug, sich einzugestehen, das man manchmal Hilfe braucht.
Erst wenn wir aufhören, uns für schwierige Tage zu schämen oder zu verurteilen, beginnen wir zu wachsen.
Akzeptanz bedeutet nicht, gutzuheißen, was weh tut.
Es bedeutet zu sagen:
Ja, es tut weh.
Und ich erlaube mir, das zu fühlen.
Erlaube dir, das jetzt wahrzunehmen, ohne Filter, ohne Entschuldigung.
Du musst nicht ständig glücklich sein, um wertvoll zu sein.
Du bist nicht allein. Geh mutig voran und vertraue deinem inneren Kompass, denn jeder Schritt bringt dich deinem Ziel näher.
#DuBistNichtAllein