Alles gut? Passt schon. Ok,und jetzt mal ehrlich, bitte.

Die Menschen suchen Erlösung aus ihrer Einsamkeit. Wir wollen uns gegenseitig dabei helfen

Du musst da nicht alleine durch

Wir sind erstaunlich gut darin, so zu tun, als hätten wir alles im Griff.

Wir sagen „Alles gut“, obwohl gerade überhaupt nichts gut ist. Wir lächeln, obwohl uns eigentlich zum Heulen ist. Wir antworten auf „Wie geht's dir?“ mit „Passt schon, bisschen stressig gerade“, fast schon automatisch, wie eine einstudierte Choreografie. Die ehrliche Antwort wäre viel zu lang. Und manchmal wissen wir selbst nicht, wo wir überhaupt anfangen sollen.

Wir tun so, als müssten wir jede Hürde ganz allein auf unseren Schultern tragen. Als wäre es eine Niederlage, zuzugeben, dass die Last allein manchmal einfach zu schwer wird. Vielleicht, weil wir niemandem zur Last fallen wollen. Vielleicht, weil wir gelernt haben, Dinge mit uns selbst auszumachen. Oder weil wir irgendwann aufgehört haben zu glauben, dass überhaupt jemand verstehen könnte, was gerade in uns los ist.

Also machen wir weiter. Wir funktionieren. Wir kümmern uns um andere. Wir gehen arbeiten, bringen unsere Kinder in die Schule, zum Sport, was weiß ich. Beantworten Nachrichten, kaufen Lebensmittel und versuchen nebenbei, unser eigenes Leben nicht komplett gegen die Wand zu fahren.

Und keiner sieht, wie viel Kraft das manchmal kostet.

Ganz ehrlich? Niemand von uns ist dafür gemacht, ständig stark zu sein. Das ist keine Fähigkeit, das ist Selbstzerstörung in Perfektion.

Dabei gibt es so viele Menschen, die genau dasselbe kennen.

Menschen, die nachts wachliegen und sich fragen, ob sie eigentlich eine gute Mutter sind. Oder ein guter Vater. Ob sie ihre Kinder gerade für's Leben stärken oder für eine Therapie in zwanzig Jahren sorgen.

Menschen, die die Kontoauszüge öffnen und kurz die Luft anhalten. Die rechnen, bevor sie einkaufen. Die lächeln, wenn andere über den nächsten Urlaub reden und innerlich längst wissen, dass das für sie gerade nicht drin ist.

Menschen, die neben ihrem Partner liegen und sich fragen: Liebt er mich wirklich, oder bin ich nicht genug?

Menschen, die gerade versuchen, einen Verlust zu verkraften. Die sich komplett neu sortieren müssen. Die alte Wunden mit sich herumtragen, von denen niemand etwas ahnt.

Menschen, die nach außen tadellos funktionieren und innerlich trotzdem ziemlich müde sind.

Vielleicht stolperst du gerade über genau dieselben Steine wie jemand anderes. Vielleicht liegt ihr an manchen Abenden beide wach und stellt euch dieselben drückenden Fragen. Warum also tun wir alle so, als wären wir die Einzigen?

Genau das soll dieser Ort aufbrechen.

Es ist kein Platz für kluge Ratschläge von oben herab. Kein „Das wird schon wieder“. Und bitte, bitte auch nicht dieses wundervolle „Du musst einfach positiv denken“. Mal ehrlich, wir hassen diese sinnlosen Sprüche doch alle.

Manchmal braucht ein Mensch keinen Rat. Manchmal braucht er einfach jemanden, der sagt: „Ich verstehe es vielleicht nicht genau. Aber ich höre dir zu.“ Das kann unglaublich viel verändern.

Denn Verbundenheit bedeutet nicht, dass wir Schwach sind, oder dieselben Geschichten erlebt haben müssen. Es reicht manchmal schon, wenn wir einander zugestehen, dass nicht jeder Tag leicht sein muss.

Hier darfst du ehrlich sein. Du darfst sagen, dass du gerade keine Ahnung hast, was du eigentlich machst. Du darfst erzählen, dass du Angst hast. Dass du wütend bist. Dass du jemanden vermisst. Dass du dich verloren fühlst. Oder dass du heute einfach nur froh bist, diesen einen verdammten Tag irgendwie geschafft zu haben.

Und du musst dich dafür nicht rechtfertigen.

Wenn wir anfangen, über das Unperfekte zu sprechen, verlieren die Schatten ein Stück ihrer Macht. Vielleicht können wir die Steine auf unserem Weg nicht sofort abtragen, aber wir können uns gegenseitig ein Stück weit halten, wenn der Boden wackelt.

Du musst nicht stark sein, um hierher zu gehören. Du musst nicht glücklich sein, um willkommen zu sein. Und du musst dein Leben nicht im Griff haben, um nicht allein zu sein.

Vielleicht ist dieser Ort genau dafür da: für Geschichten, die sonst niemand hört. Für Gedanken, die man sich sonst nicht traut auszusprechen. Für ein ehrliches „Heute ist einfach scheiße.“ Für ein „Ich hab's geschafft.“ Für ein „Ich weiß noch nicht, wie es weitergeht.“

Und vielleicht auch einfach für dieses stille Gefühl: Da draußen ist jemand, der das gerade genauso fühlt.

Wir müssen nicht immer wissen, wie man jemanden auffängt. Manchmal reicht es, sich kurz dazuzusetzen.

Du bist mit deinem Chaos, deinen Zweifeln und deinen Scherben nicht allein.

Schön, dass du hier bist. Lass uns ein Stück des Weges zusammen gehen.

#DuBistNichtAllein

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